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Runder Tisch "Verkehrsentwicklung"

Stellungnahme vom Juli 2009:

Sehr geehrter Herr Albers, sehr geehrte Damen und Herren,

die Stellungnahme des Runden Tisches Verkehr zum Verkehrsentwicklungsplan haben Sie bereits erhalten. Darin enthalten waren speziell zum Thema L 77n verschiedene Varianten einer möglichen Führung einer Entlastungsstraße für den gewerblichen Verkehr. Da diese Ausführungen jedoch u. U. missverständlich sind, habe ich mich entschlossen, die einzelnen Varianten nicht in der Endfassung aufzuführen. Ich bitte Sie deshalb, nur den beiliegenden Text in die Abwägung einzubeziehen:


1. Der planfestgestellte Bau der L 40 n wird in der vorgesehenen Form abgelehnt. Hierzu die drei gefassten Beschlüsse.
a) Der Runde Tisch Verkehr beschließt, Vereine und Privatpersonen ideell zu unterstützen, die gegen das Planfeststellungsverfahren der L 40n Klage erhoben haben. Zugleich fordert der Runde Tisch Verkehr die Gemeindeverwaltung auf, alle Klagemöglichkeiten gegen den beabsichtigten Bau der L 40n zu prüfen und schließlich wahrzunehmen.
b) Der Runde Tisch Verkehr bittet die Landesregierung um Prüfung einer weiten Südumfahrung der L 40n ab GT Marggrafshof bis zur Anschlussstelle Drewitz an der BAB A 115 und fordert die Gemeindevertretung auf, dieses Prüferfordernis zu unterstützen.
c) Sofern trotz der Beschlüsse zu a) und b) der Weiterbau der L 40n betrieben wird, fordert der Runde Tisch Verkehr den Bürgermeister auf, sich für die Gemeinde Stahnsdorf bei der Landesstraßenverwaltung dafür ein zu setzen, dass Lärmschutzmaßnahmen über die Festsetzungen im Planfeststellungsbeschluss hinaus ergriffen werden (Querschnittsreduzierung, Herabsetzung der zulässigen Geschwindigkeit auf 100 bzw. 80 km/h im Bereich der Ortslage, Verwendung von sog. Flüsterasphalt mit einer Zielherabsetzung von 5 dBA im Ortsbereich, u. ä.).

2. Sowohl die im Planfeststellungsverfahren befindliche L 77n als auch die gleichfalls im Verfahren befindliche sogenannte Biomalzspange werden abgelehnt. Stattdessen werden vom Runden Tisch Varianten eines Straßenausbaus mit dem Hauptaugenmerk der Nutzung des Schenkendorfer Weges zur Anbindung an die L 40n gefordert sowie die Nutzung der bestehenden Straßen im Gewerbegebiet. Selbst die Beibehaltung des Status Quo ist denkbar.
Begründung: Mit der Planung einer L 77n ohne schlüssige Lösung des Problems Stahnsdorfer Hof wird das an diesem Knoten bestehende Dauerverkehrsproblem nicht gelöst. Lediglich eine Südanbindung an die L 40n wird erreicht, was aber auch neue Verkehrsströme anziehen wird. Für die Feststellung im Verkehrsentwicklungsplan, dass die „Biomalzspange“ den Stahnsdorfer Hof entlastet, fehlt der Nachweis sowie Vergleichszahlen. Zudem werden in den Planunterlagen Belastungszahlen mit unterschiedlicher Qualität verwendet, was zu Lasten ordnungsgemäßer Lärmschutzbetrachtungen führt. Zur Entlastung der Verkehrsströme im Norden einschließlich Stahnsdorfer Hof wird vorgeschlagen. Die Verkehrsentlastung des Stahnsdorfer Hofes wäre gewährleistet und eine neue Verlärmung von Wohngebieten(z. B. Hermannstraße) und Zerschneidung von Landschaft vermieden.

3. Der Runde Tisch Verkehr sieht kurzfristig Verbesserungen in der Busbedienung der Gemeinde(und des Raumes Teltow-Stahnsdorf-Kleinmachnow) als erforderlich und realisierbar an. Dazu gehören die Maßnahmen:
- Erhaltung der Direktbusverbindungen in die Potsdamer Innenstadt
- Schaffung von Schnellbusverbindungen in S – N – Richtung zur Direktanbindung von wesentlichen Siedlungsteilen(unter Einbeziehung der Ortsteile) an die Berliner S- und U-Bahnhöfe
- Neuorientierung der Flächenerschließung über ein Citybussystem zur Netzanbindung an die Schnellbusse sowie mögliche Schienenverknüpfungspunkte
- Herstellung der Möglichkeit des Fahrradtransportes in den Schnellbussen
- Ergänzung des Citybussystems über Rufbusvarianten zur verbesserten Anbindung der Ortsteile
- Herstellung bzw. Erhaltung des Netzanschlusses der Gemeinde an den Bahnhof Saarmund(Flughafen) sowie nach Saarmund(Buslinie 611)
Begründung: Bis zur Erstellung von denkbaren schienengebundenen Verkehrsmitteln wird die Hauptlast im Stahnsdorfer ÖPNV bei den Bussen bleiben. Bedeutend ist jedoch in der Schwerelinie des Nahverkehrs(O-W-Richtung) die weitere Direktanbindung an das Potsdamer Zentrum für eine gute Verknüpfung des Verkehrs mit den Bahnangeboten am Potsdamer Bahnhof ohne neue Brüche am Ortsrand der Stadt. Die Umorientierung der Gemeindeerschließung(Fläche) über das Citybussystem ermöglicht die Ausbildung von Verknüpfungspunkten mit schnellen Verkehrsmitteln(Bahnen oder auch Schnellbusse). Das Citybussystem kann zudem über Rufbusergänzungen eine auch an Wochenenden bessere Anbindung der Ortsteile erreichen. Schnellbusse dienen dagegen nicht der Ortserschließung sondern einer gebündelten Zuführung der N-S orientierten Verkehrsströme mit geringen Fahrzeiten zur Verringerung des MIV – Anteils. Die Erhaltung und Gestaltung der Fahrbeziehungen nach Saarmund sind notwendig, um eine Anbindung an den Flughafen über ÖPNV abdecken zu können und auch mit dem Raum Nuthetal eine ÖPNV-Netzverknüpfung zu haben.

4. Der Runde Tisch Verkehr fordert mittelfristig folgende Maßnahmen zur weiteren Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs nach folgender Priorität:
a) Schaffung der Voraussetzungen für die Herstellung einer Tram-/Regiotram – Verbindung Potsdam – Teltow unter Einbeziehung der Träger des üÖPNV
b) Schaffung der Voraussetzungen für die Herstellung eines S-Bahn – Anschlusses im Bereich der Stahnsdorfer Bahnhofstraße mit Anbindung nach Norden
c) Schaffung der Voraussetzungen für die Herstellung eines S-Bahn – Anschlusses für den Bereich Gewerbegebiet Stahnsdorf und gleichwertig
c) ausschließlich weitere Verbesserungen im Busverkehr.
Damit befürwortet der Runde Tisch Verkehr vor allen anderen Varianten eine schienengebundene Erschließung der Gemeinde in O – W – Richtung.
Begründung: Außer Betracht bleiben Überlegungen über die möglichen Betreiber einer Regio-/Tram - Verbindung. Die Anbindung an die S-Bahn im Bereich der Bahnhofstraße würde zudem eine Netzverknüpfung der (Regio)tram nach Berlin ermöglichen, was zu einer Teilersetzung von Schnellbuslinien führen kann. Die Anbindung der S-Bahn an das Gewerbegebiet von Stahnsdorf oder weitere Verbesserungen im Busverkehr sind hilfreich. Sie haben aus Sicht des Runden Tisches aber nicht die gleiche Netzwirkung, weil vorhandener Busverkehr nicht wirksam ersetzt werden kann. Eine nachhaltige Verbesserung des modal split zu Gunsten des ÖPNV kann damit nicht erreicht werden.

Alle Themen des Verkehrsentwicklungsplanes konnten in der Kürze der Zeit nicht behandelt werden. Hier behält sich das Gremium eine weitere Stellungnahme vor.

Mit freundlichen Grüßen

Th. Michel

Der Runde Tisch Verkehr Stahnsdorf hat in seiner letzten Sitzung den Entwurf des Landesstraßenbedarfsplanes erörtert. Für die Verkehrsplanung in Stahnsdorf ist dort bedeutsam, dass das Land jetzt eine Anbindung des Schenkendorfer Weges von Teltow bis an die L 77n vorsieht. Damit sieht sich der Runde Tisch Verkehr in seiner Beschlusslage bestätigt. Der Runde Tisch präferiert hier die Entlastung des Gewerbegebietes nach Norden über die Gewerbegebietsstraßen unter Anbindung an die modifizierte Iserstraße und nach Süden über den Schenkendorfer Weg. Das Land hat somit selbst die Entlastungswirkung des Schenkendorfer Weges erkannt, weshalb der Runde Tisch nachdrücklich auf eine Aufhebung der alten L 77n – Planung dringt.

Weiterhin sieht der Runde Tisch Verkehr es kritisch, dass der Bezirk Steglitz – Zehlendorf in der heutigen BVV – Sitzung beschließen will, eine separate Kosten – Nutzen – Untersuchung für eine S – Bahn – Anbindung Zehlendorf – Kleinmachnow(Dreilinden) vornehmen zu lassen. Der Runde Tisch verweist auf seine Beschlusslage, die bei einer Reaktivierung der „Friedhofsbahn“ für Stahnsdorf eine S – Bahnanbindung ermöglichen würde. Ein positives Ergebnis für eine S – Bahn auf der Stammbahntrasse lässt die S – Bahn – Anbindung für Stahnsdorf hingegen unwahrscheinlicher werden. Der Runde Tisch Verkehr dringt deshalb auf umgehende interkommunale Abstimmung.

Thomas Michel
Vorsitzender
23.9.2009

Berufs-/Pendler-Statistik Juli 2009: Sitzung