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Agenda fordert den Regiobus

Alte „Ortsschleuder“ soll nach Modell des Citybusses wiederbelebt werden - Konferenz im April geplant

Die Einwohner von Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf tun sich schwer mit den Umstieg auf den Bus: Im Durchschnitt fahren in kaum einer deutschen Region so viele Autos auf den Straßen wie hier. Allein in Kleinmachnow kommen auf 19 000 Einwohner fast 13 000 Autos – ein Spitzenwert. „Wir müssen die Einwohner für den Bus motivieren“, erklärte gestern Martin Heiland von der Verkehrsgruppe der Stahnsdorfer Zukunftskonferenz. Gemeinsam mit seinen Teltower und Kleinmachnower Kollegen der lokalen Agendabewegung hatte er zu einem Treffen der Projektgruppe „Regionales Buskonzept“ geladen. Das erklärte Ziel: Den seit Jahren geplanten Regiobus in Fahrt zu bringen.

Dafür wollen die Initiatoren im April zu einer regionalen Buskonferenz einladen. Denn, so warnte Detlef Fanter von der Teltower Verkehrsagenda, „wir bekommen auf die Schnelle keine S-Bahn“. Deshalb müsse man die Busverbindungen verbessern. Ein Regionalbus, früher als „Ortsschleuder“ bekannt, soll nach Vorbild des Teltower Citybusses wiederbelebt werden. Der Wunsch darüber hinaus: ein regionales Buskonzept, dass sich dem dem Bedarf des Pendler- und Schülerverkehrs anpasst.

So fordert die Gruppe, dass wichtige Verknüpfungspunkte inner- und außerhalb der Region stärker in die Fahrplankonzepte eingebunden werden. Aus Sicht der Projektgruppe zählen dazu der Flughafen in Schönefeld, die S-Bahnhöfe Zehlendorf, Mexikoplatz, Wannsee, Teltow sowie die Berliner U-Bahnhöfe Krumme Lanke und Oskar-Helene-Heim. Auch die Regionalbahnhöfe in Teltow, Potsdam und Wannsee sollten öfter Ziel des hiesigen Busverkehrs sein – das nicht nur wochentags, sondern auch am Wochenende und in der Nacht.

Noch immer stehe der Öffentliche Personenenahverkehr in der Region in einem „krassen Missverhältnis“ zur Zahl seiner Einwohner, erklärte Fanter. Knapp 55 000 Menschen müssten größtenteils auf einen Nachtbusverkehr verzichten. Auch tagsüber seien viele zum Teil dicht besiedelte Gebiete vom ÖPNV abgeschnitten. Dort, wo ein Bus fährt, kommt er meist nur stündlich. Am Wochenende und nachts oft gar nicht.

Aufgabe der drei Nachbarkommunen sei es deshalb, den Busverkehr gemeinschaftlich zu organisieren. Auf Hilfe seien die Gemeinden dabei vom Kreis sowie von den Havelbus Verkehrsbetrieben angewiesen, erklärte Michael Lippoldt von der Kleinmachnower Verkehrsagenda. Denn 50 000 Euro jährlich in jeder Kommune in die Hand zu nehmen, wie es in Teltow für den Citybus geschieht, reiche nicht, um den Regiobus zu beleben. So müsste Havelbus zusätzliche Busse und Fahrer bereitstellen. Zudem werde ein Großteil der Kosten des Teltower Citybusses durch Sponsoren finanziert. Weitere müssten geworben werden. Ein 40-Minuten-Takt wäre wohl das Höchste der Gefühle, was ein Regiobus leisten kann. Mit Blick auf die zunehmende Verkehrsbelastung in den Orten dennoch ein interessantes Angebot an die Autofahrer, ist sich Lippoldt sicher. Schließlich werde die „ Schönwetterzeit“ an den Tankstellen auch einmal wieder vorbei sein.

Tobias Reichelt
PNN, 7.2.2009

Regio-Bus statt Auto Neuen S-Bahn-Takt nach Teltow begrüßt