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Bus-Netz wird wohl teurer

Für die Finanzierung des neuen Buskonzepts für die Region Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf zeichnet sich im Kreistag eine politische Mehrheit ab. „Wir haben das Thema vor wenigen Tagen im Koalitionsausschuss diskutiert“, sagte die SPD-Fraktionsvorsitzende Susanne Melior auf Nachfrage. Ihre Partei, CDU und FDP würden die Mehrkosten für die Verbesserung des Busangebots in der „Speckgürtel-Region“ mittragen. Lediglich die Freien Bürger und Bauern (FBB) haben laut Melior Bedenken geäußert, weil sie eine Benachteiligung des ländlichen Raumes sehen.
Das „TKS-Netz“ soll das Busangebot und die Linienführung in den drei boomenden Kommunen an die aktuellen Bedürfnisse anpassen. Insbesondere sollen die Buslinien besser an Berliner S-Bahn-Stationen, den Teltower S-Bahnhof und an Potsdam angeschlossen werden.
Die „Planung Transport Verkehr AG“ legte im Januar dieses Jahres ein Buskonzept vor, dessen Erarbeitung von einem eigens eingerichteten Arbeitskreis begleitet wurde. Für die Umsetzung des neuen Tag- und Nacht-Netzes würden sich danach Mehrkosten von 1,1 Millionen Euro ergeben. Der erwartete Zuwachs an Fahrgästen um 1500 Personen bringen Erlöse von rund 350 000 Euro. Damit ergibt sich dann ein Mehrbedarf von 760 000 Euro pro Jahr.
Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf haben sich bereits im Februar bereit erklärt, die Hälfte der Kosten zu übernehmen, und sie untereinander zu dritteln. Jede Kommune müsste also 126 700 Euro pro Jahr mehr für den Busverkehr aufbringen. Der Kreistag wird am 24. Juni darüber entscheiden, ob der Landkreis seinen Anteil von 380 000 Euro ebenfalls bereitstellen wird.
Für die Kreistags-Koalition und auch für Landrat Wolfgang Blasig (SPD) müssen allerdings noch Bedingungen erfüllt werden. Der wichtigste Punkt: Die Kosten für den Kreis werden gedeckelt, dürfen also nicht höher ausfallen, auch wenn die Umsetzung des Buskonzepts teurer wird als erwartet. Landrat Blasig rechnet darüberhinaus damit, „dass Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf noch etwas draufsatteln müssen“, weil die Kostenschätzung des beauftragten Büros „eher konservativ“ war.
Um den Kommunen entgegen zu kommen, will Blasig aber auch prüfen, ob es bei anderen Havelbus-Linien noch Möglichkeiten von Optimierungen gibt. „Die Gespräche mit den Bürgermeistern laufen, damit der Kreistag im Juni eine tragfähige Grundlage zur Entscheidung hat.“
Nicht berücksichtigt in den Überlegungen zum Buskonzept ist der Vorschlag der Potsdamer Verkehrsbetriebe, eine Straßenbahn von Potsdam nach Teltow zu errichten. Der Kreis hatte 50 000 Euro vorgehalten, um entsprechende Planungen zu unterstützen. „Wir haben dieses Geld aber gestrichen“, sagte SPD-Fraktionschefin Melior. Auch für Landrat Blasig spielt die Straßenbahn in den aktuellen ÖPNV-Konzepten des Kreises „keine Rolle“.

(Von Jürgen Stich)
MAZ, 22.5.2010

Kreistag streitet über Buskonzept Schneller, öfter, länger