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Grünes Licht für neues Buskonzept

Grünes Licht für neues Buskonzept
Landkreis beteiligt sich am TKS-Projekt für die Region Teltow – allerdings mit Abstrichen
Für die Einführung eines optimierten Buskonzepts in der Region Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf (TKS) ist vom Landkreis jetzt Grünes Licht gegeben worden. Nach kontroverser Diskussion im Vorfeld hat der Kreistag mit großer Mehrheit einem entsprechenden Vorschlag des Landratsamtes zugestimmt. Mit dem TKS-Konzept soll das Busfahren in der boomenden Region Teltow mit derzeit 54000 Einwohnern ab Dezember 2010 attraktiver gemacht werden. Vorgesehen sind unter anderem eine besser Anbindung der Region an die S-Bahnhöfe in Teltow und Berlin, kürzere Taktzeiten auf der Strecke nach Potsdam, mehr Fahrten am Abend, eine bessere Vernetzung der Linien und das Vermeiden von Parallelverkehr. Der Bau einer Straßenbahnlinie von Potsdam nach Teltow wird vom Landkreis ausdrücklich abgelehnt. Gegenüber den ursprünglichen Plänen hat der Kreistag jedoch eine wichtige Änderung durchgesetzt: Angesichts der angespannten Haushaltslage will sich der Landkreis jährlich nur noch mit 280 000 Euro an den kalkulierten Mehrkosten für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Region beteiligen – 100 000 Euro weniger als eigentlich vorgesehen. Den verbleibenden Teil des bisher mit 761000 Euro kalkulierten Finanzbedarfes sollen die Kommunen Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf aufbringen. Zudem hat der Kreistag die finanzielle Beteiligung vorerst auf drei Jahre befristet und sich einen Ausstieg aus „wichtigen Gründen“ vorbehalten – genannt wurde als Beispiel die Haushaltslage. Aus den drei Kommunen kamen bereits deutliche Signale, dass sie trotz des „Teilrückziehers“ des Landkreises das neue ÖPNV-Konzept schultern wollen. In den vergangenen Wochen war die Beteiligung des Landkreises selbst in der Großen Koalition konträr diskutiert worden. Die CDU verlangte eine Kürzung des Zuschusses, die Freien Bauern und Bürger (FBB) sahen eine ungerechtfertigte Bevorzugung der Region Teltow im Vergleich zu den ländlichen Teilen des Kreises. Mit der neuen Beschlussvorlage der Verwaltung war schließlich ein Kompromiss gefunden worden.Vorbehalte blieben vor allem bei den Linken, aus deren Reihen die einzigen vier Gegenstimmen kamen. Der Linken–Politiker Klaus-Jürgen Warnick, Kreistagsabgeordneter und Vorsitzender der Kleinmachnower Gemeindevertreter, stimmte persönlich zwar zu, zeigte aber auch Verständnis für die „Bauchschmerzen“ seiner Fraktionskollegen. Einerseits gehöre der Raum Teltow zu den am stärksten wachsenden Regionen in Deutschland, und dem drastisch zunehmenden Autoverkehr müsse mit einem ÖPNV-Konzept begegnet werden, so Warnick. Andererseits gebe es in den ländlichen Gebieten des Landkreises oft nur noch Schulbusse und an den Wochenenden überhaupt keine Angebote mehr. „Den Linken wäre eine Zustimmung sicher leichter gefallen, wenn der Kreistag gleichzeitig einen Kreisentwicklungsfonds zu Förderung des ländlichen Raumes beschlossen hätte“, so Warnick. Wie berichtet, war die Einrichtung eines solchen Fonds wegen der angespannten Haushaltslage des Landkreises vorerst verschoben worden.Vize-Landrat Christian Stein (CDU) hielt den Einwänden entgegen, dass es auch eine Reihe von Projekten gebe, das ÖPNV-Angebot im ländlichen Raum zu verbessern. Als ein Beispiel nannte er die Einführung eines Rufbus-Angebotes für die kleinen Nuthetaler Ortsteile Nudow, Fahlhorst und Philippsthal.

Von Hagen Ludwig
pnn, 27.6.2010

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