Wirtschaft Wohnen Naherholung & Tourismus Kultur & Engagement Bildung Verkehr
Startseite Verkehr Presse

Verkehr


Presse Konzepte Stadtentwicklung und Verkehr Teltow

Kontakt Haftungssauschluss Verweise Inhaltsverzeichnis Impressum

Mitreden auch bei der Landesplanung



In Stahnsdorf wurde ein Runder Tisch zum Thema Verkehr gegründet

Die geplante Güterfelder Ortsumgehung sowie die Teltower Entlastungsstrecke „Biomalzspange“ will der „Runde Tisch Verkehr“ in den nächsten Monaten auf den Prüfstand stellen. Darauf verständigte sich das neue Stahnsdorfer Gremium auf seiner ersten konstituierenden Sitzung am Montag. Rund 20 Vertreter von Stahnsdorfer Bürgerinitiativen, Kommunalpolitiker und interessierte Einwohner waren der Einladung des Ortsverbandes von Bündnis 90/Grüne gefolgt. Deren Sprecher Thomas Michel hofft darauf, dass sich der Runde Tisch bei den Gemeindevertretern Gehör verschaffen kann. „Das hängt aber auch davon ab, ob wir qualifizierte Vorschläge anbieten können“, sagte Michel den PNN. Dass die Teilnehmer des Runden Tisches mit ihren Ideen den politischen Raum überzeugen müssen, stellte auch Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) klar, der an der Sitzung teilnahm. „Trotzdem ist es gut,“, so der Bürgermeister, „wenn die Basis für die Diskussion breiter wird“. Denn die Entwicklungen der nächsten Jahre könnten allein durch die bisherigen Planungen der Verkehrsinfrastruktur nicht bewältigt werden. Das verdeutliche schon der sprunghafte Anstieg der Einwohnerzahlen, sagte Albers. Derzeit wohnen etwa 13800 Einwohner in der Gemeinde, im Jahre 2020 werden es über 17000 sein.

Gleich zu Beginn der ersten Debatte ging es am Montag um das Für und Wider einzelner Projekte wie S-Bahnringschluss, Biomalzspange und L77/neu (Güterfelde-Stahnsdorf). Zudem gab es Vorwürfe an die Adresse der Nachbargemeinden Kleinmachnow und Teltow, sie würden sich „ abschotten“. Die Diskussion zeigte aber auch, dass die Stahnsdorfer Probleme nicht losgelöst von denen in der Region betrachtet werden können. Einig war man sich, dass eine überregionale Verkehrsentwicklungsplanung wichtig sei, weshalb der Runde Tisch sich auch für Vertreter aus Teltow und Kleinmachnow öffnen wolle. Allerdings drang die Mehrheit darauf, den Nachbarn kein Stimmrecht einzuräumen. Für ein Stimmrecht sprach sich Gemeindevertreter Harald Mushack (Linke) aus. Sein Argument: „Wir sollten bei diesem Thema auf lokale Egoismen verzichten.“ Doch so wie Edelinde Standfuß von der Bürgerinitiative „Striewitzweg“ pochten auch andere darauf, dass es in dieser Runde um den Stahnsdorfer Standpunkt ginge. Der komme in der Region zu kurz, hieß es mit Verweis auf zuviel Durchgangsverkehr in der Gemeinde. Nicht befriedigend sei in dieser Hinsicht auch der Entwurf des Stahnsdorfer Verkehrsentwicklungsplanes, der jetzt öffentlich ausgelegt wird, aber von der Gemeindevertretung noch nicht gebilligt wurde. Wenig berücksichtigt sei in dem Papier, wie öffentlicher Nahverkehr zur Entlastung beitragen könne. Zweifel gibt es zudem an der Prognose der Planer, die L 40, L 77/neu und die Biomalzspange würden das Hauptverkehrsstraßennetz entlasten, besonders den Verkehrsknoten am Stahnsdorfer Hof.Während einige Vertreter des Runden Tisches neue Straße ablehnen, setzt Thomas Michel auf Korrekturen im Detail, beispielsweise die Ausbaubreite der L 40 zu verringern. Wenig sinnvoll erscheint ihm zudem die Anbindung der L 77/neu an den Knoten Stahnsdorfer Hof, weil das dort zu noch mehr Verkehr führen werde. Bürgermeister Albers warnte jedoch vor zuviel Optimismus: „Der Gestaltungsspielraum ist sehr gering für die Kommune, da es sich um übergeordnete Landesplanung handelt.“ Gunnar Schilling (Grüne) will sich davon nicht beeindrucken lassen. Sein Argument: „Die Berliner erlauben sich doch auch, bei überörtlichen Planungen mitzureden.“
Kirsten Graulich

Pnn, 20.5.2009

S-Bahn nach Dreilinden rechnet sich Ehrgeizige Ziele für Bus und Bahn