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Neuen S-Bahn-Takt nach Teltow begrüßt

Neuen S-Bahn-Takt nach Teltow begrüßt

Der Landtagsabgeordnete Klocksin und Stahnsdorfs Bürgermeister Albers sehen jedoch weiter Defizite (28.04.09)

Region Teltow - Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Jens Klocksin, hat den neuen S-Bahn-Takt nach Teltow begrüßt. Wie berichtet soll die S 25 ab 31. August – zunächst für ein Jahr – alle zehn Minuten nach Berlin fahren. „Viele haben sich ja schon gefragt, warum die S-Bahn in Teltow überhaupt nur alle 20 Minuten fährt.“ Täglich nutzen derzeit rund 3 500 Fahrgäste das Angebot, damit liegen die Fahrgastzahlen weit unter den ursprünglichen Erwartungen von 5000 und mittelfristig sogar 10 000 Fahrgästen. Mit dem neuen Takt komme man diesem Ziel etwas näher.

Klocksin forderte, mit dem nächsten Fahrplanwechsel auch die Busanschlüsse zu verbessern. „Das muss so abgestimmt werden, dass man vier bis fünf Minuten Zeit zum Umsteigen hat und es dann weitergeht.“ Lange Wartezeiten würden den S-Bahn-Anschluss gerade im Winter unattraktiv machen. Mängel würden auch noch bei der städtebaulichen Einbindung des Teltower S-Bahnhofes bestehen. Der P+R-Parkplatz sei zu klein und schlecht gelegen, am Bahnhof fehle ein Kiosk ebenso wie öffentliche Toiletten. Hier sei die Stadt Teltow gefordert, Abhilfe zu schaffen – der Platz für mehr Parkplätze oder den Bau eines Parkhauses sei vorhanden. „Der S-Bahn-Anschluss und der Zehn-Minuten-Takt sind ein großer Erfolg, aber es gibt noch Luft nach oben, das muss gefüllt werden“, sagte Klocksin. Belebt sieht der Kleinmachnower SPD-Politiker die Diskussion um eine Verlängerung der S-Bahn bis nach Stahnsdorf. „Und wir sind gut beraten, wenn wir das Stahnsdorfer Gewerbegebiet dabei nicht als Endpunkt begreifen.“ Von Teltow sollte die S-Bahn zur Iserstraße und von dort zur Sputendorfer Straße weitergeführt werden, forderte Klocksin. „Wir brauchen eine verlässliche Erschließung der ganzen Region. Bislang haben wir noch nicht einmal das Niveau von 1961 erreicht.“ Auch der Stahnsdorfer Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) begrüßte den vorgesehenen 10-Minuten-Takt nach Teltow. Ob dadurch die Fahrgastzahlen deutlich erhöht werden können, ist aus seiner Sicht keineswegs sicher. Ein grundlegendes Problem sei, dass die Fahrgäste ab Teltow den ABC-Tarif zahlen müssen und zudem Schwierigkeiten hätten, einen Parkplatz zu finden, sagte Albers den PNN. Nur drei Kilometer weiter – am S-Bahnhof Lichterfelde–Süd – gebe es ausreichend P+R-Plätze, und ab dort gelte auch der preiswertere AB-Tarif. Dies sei ein Grund, warum wenig Stahnsdorfer derzeit die S-Bahn ab Teltow nutzen. „Für viele ist es immer noch die günstigste Variante, mit dem Auto bis zum Bahnhof Wannsee zu fahren“, sagte Albers.

Deshalb sei es wichtig, Stahnsdorf wieder direkt an das S-Bahn-Netz anzuschließen. Priorität müsste dabei laut Albers der Wiederaufbau der sogenannten Friedhofsbahn von Wannsee bis nach Stahnsdorf haben. Diese 4,2 Kilometer lange Bahnlinie war bereits 1913 eröffnet worden. Sie verlief durch die Parforceheide mit einem Zwischenhalt in Dreilinden bis Stahnsdorf. Nach dem Bau der Berliner Mauer wurde der Betrieb am 13. August 1961 endgültig eingestellt. 1970 wurde das Empfangsgebäude am Bahnhof Dreilinden abgerissen, 1976 das Bahnhofsgebäude in Stahnsdorf gesprengt. Mit dem Wiederaufbau der Friedhofsbahn würde für die Stahnsdorfer eine schnelle Verbindung nach Berlin entstehen, argumentiert Albers. Zudem wäre bei günstigen Umsteigemöglichkeiten in den Regionalexpress 1 (RE 1) in Wannsee der Hauptbahnhof Potsdam in 15 Minuten zu erreichen. Eine Straßenbahn von Stahnsdorf nach Potsdam, deren Bau immer wieder in der Diskussion ist, würde für diese Strecke viel länger brauchen, so Albers.

Im aktuellen Landesnahverkehrsplan bis 2012 ist bereits vorgesehen, die Wirtschaftlichkeit der Strecke Wannsee-Stahnsdorf zu prüfen. Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD) warnte jedoch auf der jüngsten Regionalkonferenz des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg vor zu hohen Erwartungen. Es sei genau darauf zu achten, dass Aufwand und Nutzen beim Wiederaufbau einer solchen Strecke im richtigen Verhältnis stehen, betonte Dellmann. Albers sieht darüberhinaus auch andere Verpflichtungen zum Wiederaufbau der Friedhofsbahn. Zum einen gebe es das Versprechen, alle durch den Mauerbau zerstörten Strecken wiederherzustellen. Zum anderen sei die Bahn gegenüber der evangelischen Kirche in der Pflicht, die 1913 den Bau der Strecke finanziert habe.

Henry Klix / Hagen Ludwig
PNN, 8.4.2009

Agenda fordert den Regiobus Bus-Angebote sollen besser werden