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Tram soll nach Teltow rollen



Tram soll nach Teltow rollen

Der Potsdamer Verkehrsbetrieb ViP hält Straßenbahn für sinnvoll

Der Potsdamer Verkehrsbetrieb ViP prüft den Bau einer Straßenbahnlinie vom Stern bis nach Teltow. „Wir sind mit der Kreisverwaltung von Potsdam-Mittelmark darüber im Gespräch“, sagte ViP-Geschäftsführer Martin Weis gestern zur MAZ. Es sei nun zunächst entscheidend, dass die politischen Entscheidungsträger im Kreis und den Kommunen Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf das Projekt unterstützen. „Wenn die politische Entscheidung bis zum Herbst zugunsten der Straßenbahnlinie ausgeht, werden wir eine Nutzen-Kosten-Untersuchung durchführen“, sagte Weis. Mit Ergebnissen sei im Frühjahr 2010 zu rechnen. „Ich bin aber sehr optimistisch, was die Wirtschaftlichkeit dieser Strecke angeht“, so der ViP-Chef.

Die Straßenbahn würde vermutlich längs der Nutheschnellstraße nach Stahnsdorf geführt. Dort könnte sie über die Potsdamer Allee, den Bäkedamm und die Wilhelm-Külz-Straße weiter nach Teltow fahren. Dort könnten Gleise an der Potsdamer Straße gelegt werden. Über die Mahlower Straße gäbe es eine Anbindung an den Teltower S-Bahnhof.

Weis hatte seine Überlegungen zur Tramlinie nach Teltow am Dienstagabend auf einer Sitzung des Potsdamer Verkehrstisches, einer Bürger- und Expertenrunde, erstmals öffentlich erläutert. Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig (SPD) reagierte gestern auf MAZ-Nachfrage überrascht. „Ich will die Idee einer Straßenbahn von Potsdam nach Teltow nicht abtun, hätte mir aber gewünscht, dass der Landkreis in die Überlegungen eingebunden wird, bevor öffentliche Stellungnahmen abgegeben werden.“

Eine isolierte Betrachtungsweise sei auch deshalb nicht sinnvoll, so der Landrat, weil der Landkreis gerade einen Arbeitskreis eingerichtet habe, der über eine Neuordnung des Verkehrs in der Region Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf berät.

An der Erarbeitung des Konzepts „TKS-Netz 2010“ ist unter anderem auch die Havelbus Verkehrsgesellschaft beteiligt, die auf der angedachten Tramlinie bereits zwei Buslinien verkehren lässt.

Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) hält den „losgelösten“ Vorschlag des ViP-Chefs für problematisch. „Es wäre fatal, wenn es parallele Planungen für die Region geben würde. Vielmehr sei es sinnvoll ein Gesamtpaket zu schnüren, das Bus, S-Bahn und Tram enthält. Teltows Wirtschaftsförderer Sören Kosanke (SPD) verwies auf die Schienenkonferenz, die jüngst stattgefunden habe. „Die Prüfung einer Straßenbahnlinie halte ich für eine gute Sache.“ Das sei auch Beschlusslage der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft „Der Teltow“. Der genaue Verlauf dieser „Regio-Tram“ müsse im Verfahren aber noch genau festgelegt werden. „Wenn wir es schaffen, die Straßenbahn mit der S-Bahn zu kombinieren, ist das eine große Chance für unsere Region“, so Kosanke.

Jürgen Stich
MAZ, 4.6.2009

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